"Gast in der Heimat" Lesung mit Anke Heimberg
Die Literaturwissenschaftlerin Anke Heimberger stellt die Neuauflage des Exilroman „Gast in der Heimat“ von Viktoria Wolff vor, der 1935 im Amsterdamer Querido Verlag erschien und 1936 im nationalsozialistischen Deutschland sofort verboten wurde.
Anhand der jüdisch-protestantischen Kaufmannsfamilie Martell-Dortenbach zeichnet Wolff eindringlich das schleichende, dann immer offenere Erstarken des Nationalsozialismus in einer süddeutschen Weinstadt nach. Der Roman schildert die zunehmende Entfremdung zwischen Menschen, die sich einst nahestanden – Verwandten, Freunden und Nachbarn –, unter dem wachsenden Einfluss der NS-Diktatur. Zugleich erzählt er vom schmerzhaften Verlust von Heimat und Zugehörigkeit sowie vom schwierigen Weg ins rettende Schweizer Exil.
Wolffs Werk ist ein frühes literarisches Zeugnis der Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Bürgerinnen und Bürger – und ein bewegendes Dokument über den Zerfall gesellschaftlicher Bindungen in Zeiten politischer Radikalisierung.
Im Herbst 2021 konnte der Roman, 85 Jahre nach seinem Verbot, erstmals als deutsche Buchausgabe im AvivA Verlag erscheinen - mit einem ausführlichen Nachwort und herausgegeben von der Literaturwissenschaftlerin Anke Heimberger.

Stiftung Bücherei des Judentums, HERZ statt HETZE NOK, Stadt Buchen, Buchen gedenkt